Titel: Babyfutter Verkäufer: Preis:
Autor: Jenny Carenco Im Buchhandel erhältlich Fr. 37.90
Fotografie: Frédéric Lucano ISBN-10: 3-88472-982-9
Verlag: Christian Verlag ISBN-13: 978-3-88472-982-3
Was Hänschen nicht lernt

120 gesunde Rezepte, die Kind und Mutter schmecken

Neueste Studien zeigen, wie wichtig es für die kindliche Entwicklung ist, den Geschmacksinn möglichst früh zu fördern. Es gibt für Ihr Baby mehr zu entdecken, als den Einheitsbrei aus Karotten und Kartoffeln! Alle Rezepte in diesem Buch wurden in Zusammenarbeit mit dem Kinderarzt und -ernährungsexperten Dr. Jean Lalau Keraly entwickelt und sind daher ernährungswissenschaftlich empfohlen - vom allerersten Löffelchen bis zu den ersten Mahlzeiten.
Einführung aus dem Buch:
Nur keine Angst vor den Supermamas!

Als berufstätige Mutter hat man es oft nicht leicht. Muss ich Ihnen etwas von kurzen Nächten erzählen, von überfüllten Bussen und Bahnen - wo man womöglich noch zwischen übelriechenden Zeitgenossen eingequetscht ist —, vom Kühlschrank, der — kaum hat man ihn aufgefüllt —schon wieder leer ist, von Chefs, die nicht von der Stelle weichen, wenn Sie Ihre Siebensachen mal vor 20 Uhr zusammenpacken, von Ehemännern, die Ihr Intimleben mit dem Zustand eines — leeren — Kühlschranks vergleichen? Und nicht zu vergessen die strenge Mama, die sich Sonntag für Sonntag aufs Neue wundert, dass Sie völlig erledigt sind, wo Sie es doch verglichen mit ihr früher so viel leichter haben und die trotzdem die Zeit fand, mit ihren manikürten Händen für ihre Kinder zum Abendessen drei verschiedene Brotsorten zu backen. Doch davon soll hier nicht die Rede sein. Dies ist nicht das Buch einer Supermama, die überall den ersten Preis einheimst (ausgezeichnete Köchin, Sexbombe, Kumpel für die Kinder, Angestellte des Monats), ohne sich dabei auch nur einen Fingernagel abzubrechen. Sie wissen schon: so eine, die man hasst — und von der unsere Männer träumen. Nein, bei mir reicht es nur für den zweiten Preis — meine Geschichte könnte gewiss die Ihre sein ...

Als mein Mutterschutz zu Ende ging, entdeckte mein Mäuschen gerade die ersten Gemüsepürees. Wie jede Mutter — die Werbung hat schliesslich in 30 Jahren ihre Wirkung nicht verfehlt — dachte ich natürlich sofort an die kleinen praktischen, genau auf die Bedürfnisse des jeweiligen Alters zugeschnittenen Babygläschen. Denn weshalb sollte man sich das Leben unnötig schwer machen? Leider (glücklicherweise?) stamme ich aus Schweden, und dort sieht man sich genau an, was man sich und seinen Lieben auf den Teller tut. Und was musste ich da feststellen? Manche Gläschen mit der Aufschrift „Grüne Bohnen" enthielten lediglich 40 Prozent grüne Bohnen, und der Rest war — ausserordentlich stärkehaltige — Kartoffeln, Milchpulver, Öle und synthetische Vitamine. Ganz zu schweigen vom — wenig überzeugenden — Geschmack. Da hatte ich also ein Problem.

Doch keine Panik. Ich hatte alles unter Kontrolle. Schliesslich hatte ich noch zwei Wochen Zeit, bevor ich die Arbeit wieder aufnehmen musste. Das waren genau 21600 Minuten, um alles über Säuglingsnahrung und Kinderernährung zu lernen. Dank meiner skandinavischen Disziplin glaubte ich sogar, mir bliebe auch noch etwas freie Zeit. Ein Irrtum, wie sich herausstellen sollte. Ich habe das Wissen nur so in mich hineingestopft, und meine Kreativität beim Erfinden neuer Babygerichte war schier unerschöpflich. Ja, ich habe sogar meinen Beruf aufgegeben, um eine eigene Babynahrungsmarke zu gründen. Doch das ist eine andere Geschichte.
Meiner Tochter vermitteln, das Essen ein Vergnügen ist

Also habe ich mich an die Arbeit gemacht. Anfangs war das nicht gerade erholsam, denn ich opferte abends Schlaf und stellte mich stattdessen in die Küche, um das Essen meiner Tochter für die ganze Woche vorzubereiten und einzufrieren. Diese ausserordentlich praktische Idee verdanke ich übrigens den englischen Kochbüchern, die darauf schwören. Und mit der Zeit habe ich mich unter Anleitung meines wunderbaren Kinderarztes Dr. Lalau Keraly, dessen Spezialgebiet die Kinderernährung ist, durch meine Fehler, durch die Ermutigung aufgrund meiner Tochter, die mit Wonne sämtliches Obst und Gemüse meines Obst- und Gemüsehändlers durchprobierte, vervollkommnet. Und so entstanden diese ungewöhnlichen, manche würden vielleicht sogar sagen unorthodoxen, Babygerichte, bei denen es mir vor allem auf eines ankam: meiner Tochter zu vermitteln, dass Essen ein Vergnügen ist.

Auf den Geschmack kommt's an

Ich werde Ihnen, liebe Eltern, heute nicht grossspurig erklären, es sei ein Kinderspiel, täglich für die Familie zu kochen, sondern ich werde Ihnen die Wahrheit sagen: Es war keineswegs eine leichte Aufgabe, meine kleine Truppe an eine gute Ernährung heranzuführen. Aber ich habe sie auf mich genommen, weil ich davon überzeugt war, dass dies in einer Zeit, wo Junkfood und Übergewicht bei Kindern auf dem Vormarsch sind, das einzig Richtige ist. Und dabei habe ich mir stets vor Augen gehalten, dass Kinder gesundes Essen nur annehmen, wenn es gut schmeckt (zugegeben, das ist eine Binsenweisheit), und dass ich deshalb bei der Zubereitung sorgfältig darauf achten muss.

So viel Mühe verdient eine kleine perfide Belohnung!
 
Eines ist gewiss: Gemeinsam werden Sie und Ihr Baby jedes Diplom erringen. Und wenn Ihre Freundinnen erstaunt die Augen aufreissen beim Anblick Ihres Kindes, das gerade seinen Brokkoli verschlingt, werden Sie scheinbar blasiert, in Wirklichkeit aber ganz hingerissen, sagen: „Ich weiss, er/sie ist kein Fan von Brokkoli. Du müsstest ihn/sie erst einmal sehen, wenn es Spinat gibt ..

Jenny Carenco• Format: 19,9 cm x 24,7 cm, 192 Seiten
• mit 160 farbigen Abbildungen
• Broschur mit Fadenheftung

• Mit Kunststoff-Schutzumschlag